Urs Meier bringt sich als Schiri-Boss beim DFB ins Gespräch
Der frühere Schweizer Spitzenschiedsrichter Urs Meier übt einmal mehr grosse Kritik an den Unparteiischen in der Schweiz und in Deutschland. Der 64-Jährige könnte sich durchaus vorstellen, eine Aufgabe mit Verantwortung zu übernehmen.
Meier spart im Interview mit «Blick» nicht mit Kritik an der Arbeit der Schiedsrichter in den vergangenen Wochen. Wegen des Videoschiedsrichters würden diese mitunter «das Hirn ausschalten», lautet seine happige Aussage. Grund dafür sei, dass die Unparteiischen nun während fünf Jahren nur für den Umgang mit dem VAR geschult worden seien. Dadurch würden sie ihr Gefühl vernachlässigen: «Du siehst Dinge auf dem Platz in hohem Tempo ganz anders als in der Zeitlupe. Das ist das falsche Bild. Ich habe das Gefühl, dass Schiris oft die Szene nur anschauen, um einen Beweis zu finden, dass sie richtig entschieden haben. Dass sie alles andere ausblenden.»
Ein Problem sei zudem auch die Regelauslegung, etwa beim Handspiel. Meier sieht grossen Handlungsbedarf bei der Regel: «Sie sollte eigentlich ganz einfach sein. So wie wir sie früher lernten. Vereinfacht gesagt: Geht der Ball zum Arm oder geht der Arm zum Ball? Ist es eine natürliche Bewegung oder eine unnatürliche Bewegung? War es Absicht?» Einige Nuancen seien dann notwendig, etwa wenn ein Spieler mit bereits abgespreizten Armen bei einem Freistoss in der Mauer steht.
VAR nur für gewisse Entscheidungen
Trotz all dieser Probleme hält Meier den VAR grundsätzlich für ein Instrument, das durchaus verwendet werden darf: «Der VAR ist für Schwarz-weiss-Entscheidungen gut. Ob Tor oder nicht Tor oder beim halbautomatischen Abseits. Da ist es auch akzeptiert. Aber wenns um Foul oder nicht Foul geht, ist es unsäglich.» Heute würde deutlich mehr diskutiert als früher. Dies sei in Deutschland und der Schweiz gleich.
Die Schiedsrichter sollten wieder in Sachen Fussballverständnis geschult werden und ihren Horizont erweitern. Dies würde Meier wohl tun, falls er entsprechende Kompetenzen erhält. Und im Gespräch mit «Blick» hält Meier zum Schluss fest, dass er offen für eine Anstellung als Schir-Boss beim DFB wäre. Entsprechende Gerüchte gab es in der Vergangenheit. Meier dazu: «Wenn man kritisiert, muss man auch bereit sein, es besser zu machen. Selbstverständlich würde ich zur Verfügung stehen, aber der Ball liegt beim DFB.»












