Schweizer Verband stimmt für Saudi-WM 2034
Der Schweizerische Fussballverband unterstützt die Kandidaturen für die WM 2030 in Marokko, Portugal und Spanien sowie die WM 2034 in Saudi-Arabien. Bei letzterer hat der Verband aber gewisse Bedenken.
Für die anstehenden Weltmeisterschaften gibt es jeweils nur ein Bewerbungsdossier, weshalb die Vergabe letztlich als Formalität gilt. Das Turnier in Saudi-Arabien ist wegen der Situation im Land im Westen umstritten. SFV-Präsident Dominique Blanc sagt in einer Mitteilung des Verbands: «Wir werden 2030 und 2034 zustimmen, aber gleichzeitig zur Kandidatur 2034 von Saudi-Arabien unsere Bedenken anbringen. Diese konkreten Punkte im Bereich der Arbeiter- und Menschenrechte haben wir in einem Brief an die FIFA formuliert und auch Forderungen gestellt und Vorschläge eingebracht.»
Blanc führt aus: «Das Kandidatur-Dossier von Saudi-Arabien enthält eine sehr weitreichende Strategie zum Schutz der Arbeitenden und der Menschenrechte, was uns dazu bewogen hat, der Kandidatur zuzustimmen. Aber es gibt in einzelnen Punkten Unschärfen. Konkret verlangen wir von der FIFA und von den Organisatoren unabhängige Kontroll- und Rekursinstanzen, zusätzlich zur Internationalen Arbeiterorganisation (ILO). Auch das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Pressefreiheit sowie der umfassende Schutz vor jeder Diskriminierung im Rahmen der WM, insbesondere aufgrund des Geschlechts, der sexuellen Ausrichtung und der Religion, sind für uns fundamental. Auch diesbezüglich sehen wir die FIFA und die Organisatoren in der Pflicht, gemeinsam mit renommierten, unabhängigen, internationalen Organisationen genau hinzuschauen, zu beobachten und zu kontrollieren, dass die Zusagen für Arbeitende, Teams, Fans und Medienschaffende Bestand haben.»
Es gab von Seiten des Schweizer Verbands auch einen Austausch mit unterschiedlichen Protagonisten: «Wir haben uns mit Institutionen und Personen getroffen, um uns ein umfassendes Bild der Kandidatur zu machen. Wir standen mit Amnesty International im Austausch, mit einem Menschenrechtsanwalt, welcher Mitverfasser einer kritischen Studie zur Bewerbung von Saudi-Arabien war, wir hatten Kontakt zum EDA, haben uns mit Vertretern des Menschenrechtskomitees der FIFA und auch mit den Organisatoren der WM in Saudi-Arabien getroffen. Letztlich entscheidend war das Kandidaturen-Dossier mit einer weitreichenden Menschenrechtsstrategie. Das hat uns aufgezeigt, dass die FIFA und die Organisatoren aus Katar gelernt haben. Basierend darauf wollen wir den Weg weitergehen, den wir im Hinblick auf die WM in Katar eingeschlagen haben. ‘Dialog anstatt Boykott’ mit dem Ziel, die Situation vor Ort mit unserem bescheidenen Einfluss als Fussballverband zu verbessern versuchen.»
Am Mittwoch, 11. Dezember 2024, stimmt der FIFA-Kongress über die Vergabe der WM 2030 und 2034 ab. SFV-Zentralpräsident Dominique Blanc erläutert die Haltung des SFV. ️https://t.co/QMI9rydmIM
— Swiss Football Association (@sfv_asf) December 10, 2024












